
Exkursion ins Ruggeller Riet
Das Ruggeller Riet ist heute das bedeutendste Naturschutzgebiet Liechtensteins. Seit Ende der 1960er-Jahre wurden die ökologisch wertvollen Flach- und Übergangsmoore durch Entwässerungen, Grundwasserabsenkungen und die Intensivierung der Landwirtschaft zunehmend bedroht. Die Unterschutzstellung war das Ergebnis eines langen Prozesses und erfolgte erst 1978. Heute umfasst das Schutzgebiet rund 93 Hektaren und geniesst internationale Anerkennung, unter anderem durch die Aufnahme in die Ramsar-Konvention für bedeutende Feuchtgebiete.
Unter der fachkundigen Führung von Simon Oberhofer erkundeten wir am 31. Mai 2026 dieses einzigartige Gebiet. Das Ruggeller Riet beherbergt zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten und ist insbesondere für seine grossen Bestände der Sibirischen Schwertlilie bekannt. Obwohl ein Grossteil der Schwertlilien bereits verblüht war, konnten wir dennoch einige eindrucksvolle Bestände in voller Pracht bewundern.
Besonders bemerkenswert war die hohe Dichte an Sumpfrohrsängern, deren abwechslungsreicher Gesang uns während der gesamten Exkursion begleitete. Das Ried weist zudem einen schweizweit bedeutenden Bestand des Wachtelkönigs auf. Da die Männchen vor allem nachts rufen, konnten nur einige wenige seinen charakteristischen Ruf kurz hören.
Umso schöner war die Beobachtung einer Schwarzkehlchen-Familie, die sich über längere Zeit und aus nächster Nähe zeigte. Auch das Braunkehlchen, die Schwesterart des Schwarzkehlchens, liess sich blicken, allerdings nur aus grosser Distanz. Kurz präsentierte sich zudem ein Neuntöter-Männchen auf seiner Warte an der Spitze eines Busches. Ein nicht alltägliches Highlight war sicher auch der Einblick in einen Schwarzmilanhorst mit Jungvögeln.
Auf dem letzten Abschnitt der Exkursion bekamen wir schliesslich noch den melodischen Gesang des Pirols zu hören, der aber trotz intensiver Suche im dichten Geäst verborgen blieb. Ein paar Teilnehmende hatten später dann trotzdem noch das Glück, die «Goldamsel» an einer anderen Stelle zu Gesicht zu bekommen.
Der Wettergott meinte es bis zum Schluss gut mit uns und wir konnten diese schöne und erlebnisreiche Exkursion im schattigen Baumgarten des nahegelegenen Bauernhofs bei einem kühlen Getränk gemütlich ausklingen lassen.